Europa für alle

Europaeischer Freiwilliger

"Europa für alle" - eine neue Initiative der Jugendakademie zur Entsendung und Aufnahme von Jugendlichen ohne höheren Schulabschluss im Europäischen Freiwilligendienst (EFD)

„ Frau/Mann mit Abitur, oder abgeschlossenes Hochschulstudium, ein oder zwei Fremdsprachen fließend, mit Auslands- und mit Arbeitserfahrung in verschiedenen Bereichen, sucht Freiwilligenplatz “.

So oder ähnlich sehen die Anfragen aus, die der Jugendakademie zuhauf in den Postkasten flattern. Wer in seinem Leben zwar vielleicht einen Schulabschluss erworben hat, aber weder über fließende Fremdsprachenkenntnisse noch über Lebenserfahrungen außerhalb seiner gewohnten Umwelt verfügt, der kommt nicht auf die Idee, eine Zeit im Ausland zu leben und dort einen Freiwilligendienst zu machen. Und selbst wer Lust hat, für einige Zeit ins Ausland zu gehen, scheitert zumeist schon an der verwirrenden Angebots- und Informationsfülle auf dem weltweiten „Freiwilligenmarkt“ im Internet. Oder aber die mehrseitige Bewerbung, die ausgefüllt werden will, wird zur unüberwindbaren Hürde.

Wenngleich die Europäische Kommission ursprünglich mit dem EFD ganz besonders diejenigen ansprechen wollte, die keinen Zugang zu weltweiten Freiwilligenprogrammen haben, so haben sie bisher vor allem Jugendliche erreicht, denen aufgrund ihres persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Hintergrundes die Organisation und Durchführung eines solchen Freiwilligendienstes leicht fällt.

Insbesondere für die vorrangige Zielgruppe der Jugendakademie - die Jugendlichen ohne höhreren Schulabschluss - ist ein Freiwilligendienst von unschätzbarem Wert: Die Jugendlichen erfahren häufig zum ersten Mal in ihrem Leben Mobilität: Sie kommen aus ihrem Veedel heraus und lernen ein neues Land und neue Menschen kennen. Sie erwerben wichtige Schlüsselqualifikationen und Fremdsprachenkenntnisse, die gerade für diese Jugendlichen, denen häufig formale Qualifikationen fehlen und die schlechte Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben, unerlässlich für eine verbesserte Beschäftigungsfähigkeit sind. Zudem erfahren sie neben Anerkennung soziale Partizipation fern von alten Strukturen im Heimatland.

Der Projekthintergrund

Der erhöhte Motivations- und Betreuungsaufwand für diese Zielgruppe wurde bislang mit zu geringen finanziellen Ressourcen der EU unterstützt. Daran scheiterten verschiedene Projekte, so letztlich auch TakeAway, die Netzwerkstruktur der Jugendakademie in den Jahren 1999–2001 zur Integration benachteiligter Jugendlicher in den EFD.

Nunmehr unternimmt die EU-Kommission in Zusammenarbeit mit den Nationalagenturen vermehrt finanzielle und konzeptionelle Anstrengungen: so soll nicht nur der Prozentsatz benachteiligter Jugendlicher, sondern insbesondere auch derer ohne höheren Schulabschluss gesteigert werden. Für die Zielgruppe Benachteiligte werden nun für Aufnahme und Entsendung höhere Pauschalen bewilligt, die den erhöhten Betreuungsbedarf berücksichtigen.

"Europa für alle" in der Jugendakademie

An diesen veränderten finanziellen Rahmenbedingungen setzt die