Deutschland, das wollen wir Dir sagen!

Die 21 Teilnehmer*innen

Insgesamt 21 Jugendliche, größtenteils mit Fluchterfahrungen, entwickelten vom 27.10. bis zum 04.11.2017 im Rahmen eines Herbstcamps in der Jugendakademie Positionen zum Thema „Deutschland, das wollen wir Dir sagen!“

In den Herbstferien verbrachten 21 Jugendliche aus Deutschland, Syrien, Afghanistan, dem Libanon, Ägypten, Aserbaidschan, Irak und Vietnam besondere Herbstferien in der Jugendakademie. Die größtenteils geflüchteten Jugendlichen befassten sich im Rahmen des Themas „Deutschland, das wollen wir Dir sagen!“ mit der aktuellen Situation in Deutschland.

Eine eigene Erklärung der Menschenrechte

So erarbeiteten die Jugendlichen unter anderem Grundsätze für ein gutes Zusammenleben, welche sie auf Plakaten visualisierten – eine eigene Erklärung der Menschenrechte. In diesem Zusammenhang schuf Parvis, ein junger Geflüchteter aus Aserbaidschan eine Utopie: ein Land, in dem alle Menschen frei und gleich sind und in dem das Zusammenleben auf Liebe und gegenseitiger Wertschätzung basiert. Er nannte dieses Land „Ausland“.

Theaterstück zu Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung

Plakat zur StraßenaktionStraßentheaterIn diesem Jahr war für die Jugendlichen von zentraler Bedeutung, ihre realen Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen zu thematisieren. Sie bearbeiteten ihre Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung, die sie in Deutschland auf Ämtern, in der Schule aber auch auf offener Straße erleben mussten mittels theaterpädagogischer Methoden und entwickelten ein eigenes Theaterstück, welches sie öffentlichkeitswirksam in Köln auf dem Vorplatz der Universität aufführten.

In diesem Stück werden einem jungen Geflüchteten, der an der Gesellschaft teilhaben und seine Ressourcen einbringen möchte Aussprüche und Parolen von einer mächtigen Person (auf einem Thron) und einem hinter dieser mächtigen Person stehenden Chor entgegengeschleudert. „Wir haben keinen Platz für Euch!“, „Ihr nehmt unsere Arbeitsplätze weg!“ oder „Ihr habt den Krieg hierher gebracht!“ sind einige der Sätze, die die Jugendlichen so oder so ähnlich in ihrer Zeit in Deutschland hören mussten.

Und was wollen Sie Deutschland sagen?

Die Zuschauer*innen wurden im Anschluss gefragt: Was wollen Sie Deutschland sagen? Was wollen Sie Flüchtlingen sagen? Wie wollen Sie Deutschland: einfältig oder vielfältig? Ihrem Wunsch nach Begegnung und Zusammenleben verliehen die Jugendlichen Ausdruck, indem sie die Zuschauer*innen einluden, mit ihnen gemeinsam zu tanzen, was gern angenommen wurde.

Gemeinsam tanzen

Bei der Bearbeitung der inhaltlichen Themen und der Gestaltung der Freizeit während des Herbstcamps (hier wurde z.B. viel gemeinsam getanzt, es fand ein selbst organisierter Talentabend statt, etc.) wurden die Jugendlichen von 6 Referent*innen unterstützt. Zudem konnten wir Quassim, der zuvor am Ehrenamtler*innenseminar Gemeinsam für junge Geflüchtete teilgenommen hatte und selbst eine Fluchtgeschichte hat, als Praktikanten gewinnen.

Herzlichen Dank an die Förderer

Das Herbstcamp wurde im Rahmen des Projektes Mehr als Anpassung: Bildungsseminare zur gesellschaftlichen Teilhabe von Migrant*innen in der deutschen Aufnahmegesellschaft von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Zudem beteiligten sich das Erzbistum Köln und die Boll-Stiftung mit Fördergeldern. Wir bedanken uns auch im Namen der Jugendlichen für diese Unterstützung.

Erzbistum Köln

Erzbistum Köln

Logo: Bundeszentrale für politische Bildung

Bundeszentrale für politische Bildung

Marga und Walter Boll Stiftung

Marga und Walter Boll Stiftung

Und – was wollen Sie / willst Du Deutschland sagen? Wollen Sie / willst Du ein einfältiges oder ein vielfältiges Deutschland?