Nachhaltigkeit.

Auf dem Weg zur nachhaltigen Bildungsstätte:
ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich handeln

Von ersten vereinzelten Maßnahmen zur Umweltzertifizierung „Grüner Hahn“

Deckblatt der Umwelterklärung 2018Die Jugendakademie wurde als außerschulische Bildungseinrichtung in den 60er Jahren errichtet – also zu einer Zeit, als Umwelt- und Klimaschutzfragen noch völlig unbekannt waren. Sie spielten in der architektonischen und baulichen Umsetzung wie auch in der Bildungsarbeit keine Rolle.

Schon früh haben die Verantwortlichen der Jugendakademie erkannt, dass Umwelt- und Klimaschutzkriterien bei der Umsetzung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen ökologische und ökonomische Aspekte verbinden müssen und auch können.

Während in den 80er und 90er Jahren umwelttechnische Maßnahmen eher einzelne – meistens besonderen Fördermöglichkeiten geschuldete – Aktivitäten waren, beginnen sich Anfang 2000 diese Maßnahmen und weitere (geplante) Projekte zu einem ökologischen Gesamtkonzept zu verbinden.

Seit 2012 gibt es ein Umweltteam in der Jugendakademie und im Jahr 2016 hat sich die Jugendakademie mit ihrem Vorhaben, die Umweltzertifizierung „Grüner Hahn“ anzustreben,  auf den Weg zu einer „nachhaltigen Bildungsstätte“ gemacht und sich somit zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung verpflichtet.

Im Oktober 2018 hat die Jugendakademie nunmehr erfolgreich das kirchliche Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn“ eingeführt.

Mit dem Leitbild der nachhaltigen Bildungsstätte möchten wir dazu animieren, in all unseren Lebens- und Arbeitsbereichen unsere natürlichen Ressourcen dauerhaft zu bewahren. Wir wollen damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Schöpfungsverantwortung leisten.

Konkret haben wir in unserer Umwelterklärung Umweltziele (bis 7-2020) vereinbart, deren Umsetzung zu substantieller und nachweislicher Reduzierung von CO2-Emissionen führen wird.

Umweltzertifizierung “Der grüne Hahn”

Der grüne Hahn

  • Logo grüner Hahnist ein Umweltmanagementsystem für Kirchengemeinden und andere kirchliche Einrichtungen.
  • legt großen Wert auf eine Verringerung des Ressourcenverbrauchs (direkte Umweltauswirkungen), Sensibilisierung und Motivation durch Bildungsarbeit und Umweltkommunikation, als auch allgemein auf die Verringerung der indirekten Umweltauswirkungen.
  • bringt eine kontinuierliche und nachweisbare Verbesserung der Umweltleistung, also weniger Ressourcenverbrauch

Das Zertifikat

Die Ziele

Das Umweltprogramm

Schöpfungsleitlinien

Der Vorstand hat mit seiner Sitzung am 07.09.2016 die Einführung des Umweltmanagementsystems und die nachfolgenden Schöpfungsleitlinien der Jugendakademie beschlossen:

„(…) Die Jugendakademie hat sich im Rahmen des Umweltmanagementsystems  auf den Weg zu einer „nachhaltigen Bildungsstätte“ gemacht und sich zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung und zur Einhaltung der umweltrelevanten Gesetze und Verordnungen verpflichtet.

Mit dem Leitbild der nachhaltigen Bildungsstätte möchten wir dazu animieren, in all unseren Lebens- und Arbeitsbereichen unsere natürlichen Ressourcen dauerhaft zu bewahren. Damit soll es allen Menschen heutiger und künftiger Generationen möglich sein, menschenwürdig  zu leben.

(…)„Die Menschheit ist aufgerufen, sich der Notwendigkeit bewusst zu werden, Änderungen im Leben, in der Produktion und im Konsum vorzunehmen, um diese Erwärmung (gemeint ist Erderwärmung, Verfasser JAW) oder zumindest die menschlichen Ursachen, die sie hervorrufen und verschärfen, zu bekämpfen“ (aus: Enzyklika `Laudato Si’, Über die Sorge für das gemeinsame Haus von Papst Franziskus S.23).

„Wir kommen jedoch heute nicht umhin anzuerkennen, dass ein wirklich ökologischer Ansatz sich immer in einen sozialen Ansatz verwandelt, der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde.“ (ebenda S. 49)

Alles ist miteinander verbunden. Der Mensch ist als Teil der Schöpfung eingebunden in den weltweiten Lebenskreislauf.

Deshalb wollen wir in Solidarität mit anderen Menschen verantwortlich mit den natürlichen Ressourcen umgehen und uns für die Nachhaltigkeit unseres Handelns in ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen einsetzen. Wir möchten dabei die Qualität der Lebensbedingungen zukünftiger Generationen und daher auch die Lebensräume für Tiere und Pflanzen im Sinne unserer Schöpfungsverantwortung erhalten.

Unser Nachhaltigkeitskonzept baut auf gemeinwohlfördernden Werten wie Kooperation und Solidarität statt Konkurrenz und Gewinnmaximierung auf und will stattdessen Vertrauen, Verantwortung, Mitbestimmung und Mitgestaltung, Mitgefühl, Teilen und Solidarität fördern.

Hierfür tragen alle Menschen Verantwortung. Als Christ*innen fühlen wir uns in besonderem Maße Gottes Schöpfung verpflichtet.

Global denken, vor Ort handeln

Wir wollen nachhaltiges Verhalten in der Gegenwart üben und anwenden und damit ein Beispiel für zukünftige Generationen sein. Wir wollen darauf achten, dass unser Lebensstandard nicht auf Kosten anderer Menschen oder der Umwelt geht.

Wir verfolgen unseren ökologischen Fußabdruck, indem wir regelmäßig unseren Energie-, Wasser- und Materialverbrauch überprüfen, mit dem Ziel, diesen so stark wie möglich zu senken.

Unser Bemühen um ein umfassendes nachhaltiges Handeln soll zielgruppengerecht im Haus dargestellt und „nachhaltiges Handeln“ als Querschnittsaufgabe in die Bildungsarbeit aufgenommen werden. Explizite Angebote zum „Umweltlernen“ sollen in der Bildungsarbeit verstärkt werden.

Wir realisieren und unterstützen regelmäßig konkrete Projekte, deren Verwirklichung unseren Schöpfungsleitlinien entspricht und das Umweltbewusstsein in unserem Haus  wachsen lässt.

Wir beteiligen uns als Jugendakademie am kirchlichen Umweltmanagement „Grüner Hahn“ und sind bestrebt, ein Umweltmanagementsystem aufzubauen. Dies soll als Prozess aus ständiger Reflexion und Fortschreibung Bestand haben.

Auf unserem Weg suchen wir Begleiter*innen, die mit uns Erfahrungen und Ideen austauschen. Anregungen und Kritik helfen uns, unser System stetig zu überprüfen und zu verbessern.

Über unsere Umweltaktivitäten werden wir regelmäßig informieren, um das Bewusstsein  unserer Umgebung wie auch unserer Gäste für Themen wie Schöpfungsverantwortung und Umweltschutz zu sensibilisieren. Unser Umweltmanagementsystem soll auf dem Umwelt- und Qualitätsbewusstsein sowie dem Mitdenken und der Motivation aller Beteiligten beruhen.

Wir verstehen unser Umweltengagement als Teil einer weltweiten ökologischen Lerngemeinschaft. Hierdurch nutzen wir die Chance, in Solidarität mit allen Menschen dieser Erde etwas zu bewegen und nachhaltig im Sinne des konziliaren Prozesses „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ zum Besseren führen zu können.“

Ökologische Maßnahmen der Jugendakademie bis heute

  • 80er und 90er Jahre
    • Wärmeisolierende Doppelverglasungen
      In den 80er und 90er Jahren werden in allen Gebäudeteilen wärmeisolierende Doppelverglasungen eingeführt und die Dachflächen (Flachdächer) und (teilweise) Außenfassaden nach entsprechender DIN isoliert.
    • Thermische Solaranlagen
      Mitte der 90er Jahre werden für drei der vier Gebäudeteile (die beiden sog. Bungalows und das Europahaus) thermische Solaranlagen für die Warmwasserversorgung der Duschen installiert (insgesamt 8,4 qm Absorberfläche).
    • Anschluss für Niederschlagswasser
      Ebenfalls in dieser Zeit wird der Anschluss für Niederschlagswasser in allen Gebäuden so geändert, dass das Niederschlagswasser in den Rheindorfer Bach geleitet wird bzw. in eigens dafür aufgestellten Behältern für die eigene Bewässerung von Pflanzen gesammelt wird.
    • Holzrahmenhaus in Niedrigenergiebauweise
      Im Jahr 1999 wird das ehemalige Postersatzgebäude (Ersatzgebäude für die Bauphase der neuen Post in Bonn-Zentrum) käuflich erworben: das Holzrahmenhaus in Niedrigenergiebauweise dient seitdem der Jugendakademie als Tagungshaus mit Seminarraum und Zimmern für die Unterbringung von Gästen.
  • 2003
    • Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Haupthauses
      • Technische Daten der Anlage:
        • Anlagenleistung: 9,24 KWp
        • Gesamte Stromerzeugung pro Jahr: ca. 7.500 KWh
        • Einnahmen pro Jahr: ca. 3.400,– € (ca. 1/3 der Stromkosten der
          Jugendakademie)
        • Vermiedene CO² – Emissionen pro Jahr: ca. 7.000 kg
  • 2010
    • Anschaffung eines Elektromobils für die Hausmeisterei
  • 2011
    • Umweltschutzpreis der Stadt Bornheim
      Die Preisträger mit ihren UrkundenBei der Verleihung des Umweltschutzpreises 2011 der Stadt Bornheim hat die Jugendakademie Walberberg den 2. Platz gewonnen. Die Jury hat neben der energiebewussten Ausstattung mit Pelletheizung und Solaranlagen zur Strom- und Warmwassergewinnung vor allem auch das Bestreben gewürdigt, bei Jugendlichen das Bewusstsein für Klimaprobleme zu schärfen.
    • Installation einer neuen Biomasseheizung (statt der bisherigen Ölheizung)
      • Technische Daten:
        • Leistung: 3 x 100 kW Pelletkessel = 300 kW
          (ziemlich genau die erforderliche Heizleistung!)
        • Lagerraum: etwa 70 m³, das sind etwa 45 t Holzpellets, entspricht etwa 22.750 l Heizöl
        • Belieferung: das Lager muss dreimal im Jahr komplett gefüllt werden.
          Da die Pelletlieferfahrzeuge in der Regel 25 m³ Inhalt aufweisen
          sind etwa 10 Lieferungen pro Jahr notwendig
        • Bisheriger Ölverbrauch im Jahr etwa 78.000 l Heizöl. Das entspricht einem Wärmebedarf von etwa 780.000 kWh/a. Das entspricht 155 t Pellets /a und 240 m³ Pellets/a. Der Jahresenergiebedarf in Öl kostet derzeit etwa 54.600 € und in Pellets etwa 32.760 €.
      • Umweltaspekt:
        • entstandene CO²-Emissionen im Jahr: Co² Emission von 78.000 kg Heizöl = etwa 194.200 kg CO² Die äquivalente Holzpelletmenge liegt bei 5.460 kg CO². (Die Holzpellets selber sind, bei nachhaltiger Forstwirtschaft, Co²- neutral. Die Co² Emissionen resultieren aus der Produktion und dem Transport der Pellets.)
    • Einführung eines Veggie-Days (i.d.R. einmal in der Woche) in der Jugendakademie
  • 2012
    • Ausbildung von Klimabotschaftern an Schulen
      Schüler erlangen in Kursen Umwelt- und Klimaschutzwissen und werden befähigt, entsprechende Maßnahmen an ihrer Schule anzuregen und umzusetzen
    • Webhosting mit 100% Ökostrom
      Die Website der Jugendakademie wird auf einem Server gehostet, der mit 100% Ökostrom von greenpeace Energy betrieben wird.
    • Umfassende Darstellung der Klima- und Umweltschutzmaßnahmen im Foyer der Jugendakademie
  • 2013
    • Stromumstellung auf Ökostrom
      Nur 13 von 19 Ökostromanbieter haben lt. Stiftung Warentest einen Nutzen für die Umwelt, weil sie z.B. in neue Wind- oder Wasserkraftwerke investieren. Sehr stark ökologisch engagiert und zusätzlich mit guten Vertragsbedingungen sind Tarife der Anbieter EWS Schönau, Lichtblick und Naturstrom. Die Jugendakademie bezieht ihren Strom seit dem 01.01.2013 von Naturstrom
  • 2014
    • Anschaffung eines „Colour Cube“ als Drucker in der Verwaltung
      Dieser arbeitet mit Wachs, das bedeutet

      • Keine Emissionen im Raum durch Feinstaub
      • Kein Müll durch Druckerpatronen, Wachsblöcke lösen sich komplett auf

      Außerdem wurden in der Verwaltung fast alle Tinten/Laserdrucker abgeschafft, weil alle auf den Colour Cube zugreifen.

  • ab 2015
    • Jährliche Tagung “Auf dem Weg zur nachhaltigen Bildungsstätte”
      in 2019: vom 13. – 14.05.2019 in der Jugendakademie.

      • VertreterInnen verschiedener Bildungshäuser in Deutschland diskutieren – angeregt durch Impulsreferate – über umfassende Nachhaltigkeitskonzepte und Umweltzertifizierungen wie “Grüner Hahn” oder EMAS, über nachhaltiges Wirtschaften, ökofaire Beschaffung oder ganz konkrete Energiesparmaßnahmen
    • Ausstattung der Bungalows und des Europahauses mit LED Lampen
      In den beiden Bungalows und im Europahaus wird die bisherige Beleuchtung in den Zimmern und Fluren komplett durch LED-Lampen ersetzt.

Mit dem Solarkocher Kuchen backen: Geht das?

Auf dem Frühjahresfest 2011 der Jugendakademie haben wir von der Solarkochschule Rheinbach einen großen Solarkocher erworben.

Wir bieten Schulklassen an, im Kurs den Solarkocher auszuprobieren.

Bei einigermaßen sonnigem Wetter kann in 2-3 Stunden ein wunderbarer Kuchen oder ein Brot aus Hefeteig entstehen (den Teig bereitet unsere Küche vor). Besonders bei Geburtstagen in der Kurswoche bietet sich ein solargebackener Kuchen als außergewöhnliches Geschenk an. Setzen Sie sich rechtzeitig mit der Hausleitung oder den KursleiterInnen in Verbindung!

Die nachfolgenden Fotos zeigen: Mit dem Solarkocher backen funktioniert – und es macht Spaß!

Ökologischer Hausrundgang

Die Jugendakademie hat sich auf den Weg zu einer nachhaltigen Bildungsstätte gemacht  und dabei schon verschiedene ökologische Projekte umgesetzt. Die „ökologische Hausführung” ermöglichst, sich selbständig durch einen Rundgang an verschiedenen Orten im Haus über den Umsetzungsstand ökologischer Themen zu informieren.

Gleichzeitig bieten wir Gruppen eine Hausführung unter diesem Themenaspekt an. Setzen Sie sich rechtzeitig mit unserer Hausleiterin Frau Schöneweiss in Verbindung.

 

 

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