Nachhaltigkeit.

Ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich handeln

Von ersten vereinzelten Maßnahmen zum Gesamtkonzept

Die Jugendakademie wurde als außerschulische Bildungseinrichtung in den 60er Jahren errichtet – also zu einer Zeit, als Umwelt- und Klimaschutzfragen noch völlig unbekannt waren. Sie spielten in der architektonischen und baulichen Umsetzung wie auch in der Bildungsarbeit keine Rolle.

Schon früh haben die Verantwortlichen der Jugendakademie erkannt, dass Umwelt- und Klimaschutzkriterien bei der Umsetzung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen ökologische und ökonomische Aspekte verbinden müssen und auch können.

Während in den 80er und 90er Jahren umwelttechnische Maßnahmen eher einzelne – meistens besonderen Fördermöglichkeiten geschuldete – Aktivitäten waren, beginnen sich Anfang 2000 diese Maßnahmen und weitere (geplante) Projekte zu einem ökologischen Gesamtkonzept zu verbinden.

Unser Ziel:

Wirtschaftlich nachhaltig arbeiten
d.h. ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortlich

Dementsprechend wollen wir praktische Schritte umwelt- und sozialverträglichen Handelns im Haus und im Tagungsbetrieb gehen und hoffen, damit Kooperationspartner und Gäste zu motivieren, Ähnliches zu versuchen.

  • Informieren und motivieren
    Die Akademie möchte ihre Gäste in ihrer inhaltlichen und sozialen Kompetenz stärken und zu verantwortlichem Handeln in Gesellschaft und Institutionen ermutigen. Dabei möchten wir unseren Gästen die Gelegenheit geben, sich über Prinzipien und Praxis unseres nachhaltigen Wirtschaftens anschaulich zu informieren. Hier bauen wir auf ein “Lernen im Vorübergehen”, das Anstöße zu einer ressourcenschonenden Lebens- und Arbeitsweise vermitteln kann.
  • Umweltbelastung reduzieren
    Von der Jugendakademie soll möglichst wenig Schaden ausgehen – weder für Menschen noch für die Natur. Dies bedeutet für uns, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die von der Jugendakademie ausgehende Umweltbelastung in der Boden- und Flächennutzung, beim Bauen und in der Nutzung von Energie und Wasser, bei Mobilität und Beschaffung von Lebensmitteln und Materialien sowie bei der Abfallbeseitigung Schritt für Schritt zu verringern und in geschlossene Kreisläufe zu überführen.
  • Energie sparen – Nutzung regenerativer Energiequellen verstärken
    Angesichts der beobachtbaren Klimaveränderungen, die überwiegend durch menschliches Produzieren und Konsumieren verursacht sind, samt den sich daraus ergebenden Folgen für Mensch und Natur, wollen wir unseren Energieverbrauch in den verschiedenen Bereichen weiter senken und gleichzeitig die Nutzung regenerativer Energiequellen verstärken.
  • Einkaufen nach ökologischen und sozialen Standards
    Beim Einkauf von Lebensmitteln und anderer Materialien wollen wir uns an ökologischen und sozialen Standards orientieren. Produzenten – besonders auch in den Ländern des Südens – sollen die Bezahlung fairer Preise erwarten dürfen. Erste Schritte in Richtung eines regionalen, saisonalen, ökologischen und fairen Lebensmitteleinkaufs nach dem Motto “die Küche im Dorf lassen” wollen wir vertiefen und weiter ausbauen.
  • Bildungsmaßnahmen für junge Menschen
    Im Bildungsbereich möchten wir insbesondere junge Menschen durch entsprechende Angebote in ihrer ökologischen Kompetenz stärken und weiterbilden.
  • Jährlicher Nachhaltigkeitsbericht orientiert am Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie
    Angestrebt ist ein jährlicher Nachhaltigkeitsbericht, der sich am Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie orientiert. Dieses Konzept baut auf gemeinwohlfördernden Werten wie Kooperation und Solidarität statt Konkurrenz und Gewinnmaximierung auf und will stattdessen Vertrauen, Verantwortung, Mitgefühl, Teilen und Solidarität fördern.

Auf Grundlage dieses Konzepts sollen möglichst alle Bereiche unserer Arbeit in der Jugendakademie (Bildungs-, Gesundheits-, Sozial-, Mobilitäts-, Energie- und Kommunikationsbereich) kritisch bewertet und ggfl. Veränderungsprozessen unterworfen werden.

Ökologische Maßnahmen der Jugendakademie bis heute

  • 80er und 90er Jahre
    • Wärmeisolierende Doppelverglasungen
      In den 80er und 90er Jahren werden in allen Gebäudeteilen wärmeisolierende Doppelverglasungen eingeführt und die Dachflächen (Flachdächer) und (teilweise) Außenfassaden nach entsprechender DIN isoliert.
    • Thermische Solaranlagen
      Mitte der 90er Jahre werden für drei der vier Gebäudeteile (die beiden sog. Bungalows und das Europahaus) thermische Solaranlagen für die Warmwasserversorgung der Duschen installiert (insgesamt 8,4 qm Absorberfläche).
    • Anschluss für Niederschlagswasser
      Ebenfalls in dieser Zeit wird der Anschluss für Niederschlagswasser in allen Gebäuden so geändert, dass das Niederschlagswasser in den Rheindorfer Bach geleitet wird bzw. in eigens dafür aufgestellten Behältern für die eigene Bewässerung von Pflanzen gesammelt wird.
    • Holzrahmenhaus in Niedrigenergiebauweise
      Im Jahr 1999 wird das ehemalige Postersatzgebäude (Ersatzgebäude für die Bauphase der neuen Post in Bonn-Zentrum) käuflich erworben: das Holzrahmenhaus in Niedrigenergiebauweise dient seitdem der Jugendakademie als Tagungshaus mit Seminarraum und Zimmern für die Unterbringung von Gästen.
  • 2003
    • Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Haupthauses
      • Technische Daten der Anlage:
        • Anlagenleistung: 9,24 KWp
        • Gesamte Stromerzeugung pro Jahr: ca. 7.500 KWh
        • Einnahmen pro Jahr: ca. 3.400,– € (ca. 1/3 der Stromkosten der
          Jugendakademie)
        • Vermiedene CO² – Emissionen pro Jahr: ca. 7.000 kg
  • 2010
    • Anschaffung eines Elektromobils für die Hausmeisterei
  • 2011
    • Installation einer neuen Biomasseheizung (statt der bisherigen Ölheizung)
      • Technische Daten:
        • Leistung: 3 x 100 kW Pelletkessel = 300 kW
          (ziemlich genau die erforderliche Heizleistung!)
        • Lagerraum: etwa 70 m³, das sind etwa 45 t Holzpellets, entspricht etwa 22.750 l Heizöl
        • Belieferung: das Lager muss dreimal im Jahr komplett gefüllt werden.
          Da die Pelletlieferfahrzeuge in der Regel 25 m³ Inhalt aufweisen
          sind etwa 10 Lieferungen pro Jahr notwendig
        • Bisheriger Ölverbrauch im Jahr etwa 78.000 l Heizöl. Das entspricht einem Wärmebedarf von etwa 780.000 kWh/a. Das entspricht 155 t Pellets /a und 240 m³ Pellets/a. Der Jahresenergiebedarf in Öl kostet derzeit etwa 54.600 € und in Pellets etwa 32.760 €.
      • Umweltaspekt:
        • entstandene CO²-Emissionen im Jahr: Co² Emission von 78.000 kg Heizöl = etwa 194.200 kg CO² Die äquivalente Holzpelletmenge liegt bei 5.460 kg CO². (Die Holzpellets selber sind, bei nachhaltiger Forstwirtschaft, Co²- neutral. Die Co² Emissionen resultieren aus der Produktion und dem Transport der Pellets.)
    • Einführung eines Veggie-Days (i.d.R. einmal in der Woche) in der Jugendakademie
  • 2012
    • Ausbildung von Klimabotschaftern an Schulen
      Schüler erlangen in Kursen Umwelt- und Klimaschutzwissen und werden befähigt, entsprechende Maßnahmen an ihrer Schule anzuregen und umzusetzen
    • Webhosting mit 100% Ökostrom
      Die Website der Jugendakademie wird auf einem Server gehostet, der mit 100% Ökostrom von greenpeace Energy betrieben wird.
    • Umfassende Darstellung der Klima- und Umweltschutzmaßnahmen im Foyer der Jugendakademie
  • 2013
    • Stromumstellung auf Ökostrom
      Nur 13 von 19 Ökostromanbieter haben lt. Stiftung Warentest einen Nutzen für die Umwelt, weil sie z.B. in neue Wind- oder Wasserkraftwerke investieren. Sehr stark ökologisch engagiert und zusätzlich mit guten Vertragsbedingungen sind Tarife der Anbieter EWS Schönau, Lichtblick und Naturstrom. Die Jugendakademie bezieht ihren Strom seit dem 01.01.2013 von Naturstrom
  • 2014
    • Anschaffung eines „Colour Cube“ als Drucker in der Verwaltung
      Dieser arbeitet mit Wachs, das bedeutet

      • Keine Emissionen im Raum durch Feinstaub
      • Kein Müll durch Druckerpatronen, Wachsblöcke lösen sich komplett auf

      Außerdem wurden in der Verwaltung fast alle Tinten/Laserdrucker abgeschafft, weil alle auf den Colour Cube zugreifen.

  • 2015
    • Tagung „Auf dem Weg zur nachhaltigen Bildungsstätte“
      vom 07. – 09.12.2015 in der Jugendakademie.

      • Mehr als 25 VertreterInnen verschiedener Bildungshäuser in Deutschland diskutierten – angeregt durch Impulsreferate – über umfassende Nachhaltigkeitskonzepten wie der Gemeinwohlökonomie wie auch über nachhaltiges Wirtschaften, ökofaire Beschaffung oder ganz konkrete Energiesparmaßnahmen
    • Beleuchtung der Bungalows und des Europahauses mit LED Lampen
      In den beiden Bungalows und im Europahaus wird die bisherige Beleuchtung in den Zimmern und Fluren komplett durch LED-Lampen ersetzt.

Geplante Maßnahmen

  • Weitere Hinweise auf Wasser- und Stromsparmaßnahmen
  • Im Zuge von Umbaumaßnahmen im Haupthaus der Jugendakademie werden in den WC-Anlage Vorkehrungen für Spülsysteme mit Regenwasser installiert.
  • Eine weitere Fotovoltaikanlage soll Strom zur Selbstnutzung produzieren
  • Beteiligung am 100 Kantinen-Programm

Das 100 Kantinen-Programm soll Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen dabei unterstützen, mehr regionale und artgerechte Produkte in den Speiseplan aufzunehmen. Außerdem sollen Netzwerke zwischen Lieferanten und Kantinen erweitert und aufgebaut werden. Weitere Infos unter: http://www.100-kantinen.nrw.de/

Mit dem Solarkocher Kuchen backen: Geht das?

Auf dem Frühjahresfest 2011 der Jugendakademie haben wir von der Solarkochschule Rheinbach einen großen Solarkocher erworben.

Wir bieten Schulklassen an, im Kurs den Solarkocher auszuprobieren.

Bei einigermaßen sonnigem Wetter kann in 2-3 Stunden ein wunderbarer Kuchen oder ein Brot aus Hefeteig entstehen (den Teig bereitet unsere Küche vor). Besonders bei Geburtstagen in der Kurswoche bietet sich ein solargebackener Kuchen als außergewöhnliches Geschenk an. Setzen Sie sich rechtzeitig mit der Hausleitung oder den KursleiterInnen in Verbindung!

Die nachfolgenden Fotos zeigen: Mit dem Solarkocher backen funktioniert – und es macht Spaß!

Umweltschutzpreis der Stadt Bornheim

Bei der Verleihung des Umweltschutzpreises 2011 der Stadt Bornheim hat die Jugendakademie Walberberg den 2. Platz gewonnen. Die Jury hat neben der energiebewussten Ausstattung mit Pelletheizung und Solaranlagen zur Strom- und Warmwassergewinnung vor allem auch das Bestreben gewürdigt, bei Jugendlichen das Bewusstsein für Klimaprobleme zu schärfen.

Medienberichte

Ökologische Hausführung

Die Jugendakademie hat sich auf den Weg zu einer nachhaltigen Bildungsstätte gemacht  und dabei schon verschiedene ökologische Projekte umgesetzt. Die „ökologische Hausführung“ ermöglichst, sich selbständig durch einen Rundgang an verschiedenen Orten im Haus über den Umsetzungsstand ökologischer Themen zu informieren.

Gleichzeitig bieten wir Gruppen eine Hausführung unter diesem Themenaspekt an. Setzen Sie sich rechtzeitig mit unserer Hausleiterin Frau Schöneweiss in Verbindung.

 

 

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